In der Vergangenheit hat sich der Gemeinderat Bad Klosterlausnitz mehrheitlich dazu positioniert, an der weitgehenden Selbständigkeit der Gemeinde festhalten zu wollen. Dies zugrunde gelegt trat die Gemeinde Bad Klosterlausnitz mit Beschluss Nr. 147/18/16 durch Gemeinderatsentscheidung vom 29.02.2016 dem Verein „Selbstverwaltung für Thüringen e. V.“ bei. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das vorbezeichnete Gesetz durch ein Volksbegehren aufzuheben. Die im ersten Schritt erforderliche Unterschriftensammlung wurde am 25.09.2016 abgeschlossen. Die Zielvorgabe von 5.000 Unterschriften wurde deutlich überschritten, wobei die Zulassungsentscheidung des Präsidenten des Thüringer Landtages noch aussteht.
Im Nachgang zur Vereinsgründung und der Gemeinderatsentscheidung hat der Thüringer Landtag am 02.07.2016 das Thüringer Gebietsreform-Vorschaltgesetz (Thür)GVG verabschiedet.
Das ThürGVG sieht für kreisangehörige Gemeinden zukünftig eine Mindestgröße von 6.000 Einwohnern vor. Diese Einwohnerstärke bezieht sich auf die erste regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung des Thüringer Landesamtes für Statistik und muss im Jahr 2035 erreicht werden. Das heißt, es werden voraussichtliche Bevölkerungsstatistiken für das Jahr 2035 zugrunde gelegt. Aktuelle Bevölkerungszahlen bleiben unberücksichtigt.
Daraus folgt, dass die Gemeinde Bad Klosterlausnitz in ihrer jetzigen Struktur (Karte Erfüllende Gemeinde Bad Klosterlausnitz) spätestens mit Wirkung vom 01.12.2018 nicht mehr existiert. Insofern steht die Frage im Raum, mit welchen Partnern und in welcher Form zukünftig zusammen gearbeitet werden soll. Erfüllende Gemeinden werden aufgelöst. Als mögliche Rechtsformen sind Einheitsgemeinden, Landgemeinden bzw. erweiterte Landgemeinden zugelassen.
Gemeinden, die im Landesentwicklungsprogramm Thüringen 2025 als Mittelzentrum ausgewiesen sind, sollen durch Eingliederungen vergrößert werden. Die neu gegliederte Gemeinde soll so strukturiert werden, dass sie die Funktion eines Zentralen Ortes übernehmen kann.
Das Gesetz sieht eine Freiwilligkeitsphase für die Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden vor. Anträge auf Bildung von freiwilligen Gemeindestrukturen können bis zum 31.10.2017 gestellt werden. Sofern diese Option greifen würde, würde die neu gegliederte Gemeinde zum 01.01.2018 gegründet.
Der Gesetzgeber geht in seinen Planungen zur Gebietsreform davon aus, dass keine „weiße Flecken“, die den Vorstellungen des Gesetzgebers nicht entsprechen, nach Abschluss des Reformprozesses verbleiben. Dementsprechend werden Kommunen, die sich nicht freiwillig zusammengefunden haben, zwangsfusioniert bzw. anderen Zusammenschlüssen zugeordnet. Diese Phase soll bis November 2018 abgeschlossen sein, so dass diesbezügliche Gemeindestrukturen mit Wirkung vom 01.12.2018 in Kraft treten.
Die Erkenntnisse aus dem Gesetzgebungsverfahren berücksichtigend, hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 05.10.2016 einstimmig verständigt, die Bürgermeisterin im ersten Schritt zu ermächtigen, mit den Gemeinden Albersdorf, Bobeck, Scheiditz, Schlöben, Schöngleina, Serba, Tautenhain, Waldeck und Weißenborn in Sondierungen zu einem freiwilligen Gemeindezusammenschluss zu treten.
Im zweiten Schritt sollen Sondierungen mit den Gemeinden der angrenzenden Verwaltungsgemeinschaft Hermsdorf erfolgen, um auch diesbezüglich Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu erörtern.
Den rechtlichen Rahmen für die Verhandlungen bildet das ThürGVG zur Durchführung der Gebietsreform in Thüringen.